Die Gegner aus Schwabing kamen dann erfreulicherweise nur zu siebt, so dass Alex Chen, der an Brett 4 Weiß gehabt hätte, nach Hause gehen konnte. Doch wer gedacht hätte, dass sich die Schwabinger in ihr Schicksal ergeben würden sah sich getäuscht. An allen Brettern wurde erbittert gekämpft. Zuerst stellten die Gegner auf Ausgleich, nachdem Kelsie Finke an Brett 6 mit Weiß gegen die Französische Verteidigung ihres Gegners die falsche Fortsetzung in ihrem Königsangriff wählte und anstatt zu gewinnen, was möglich war, materielle Verluste quittieren musste und verlor. Bei mir (Manfred Gradwohl) an Brett 5 wählte mein Gegner mit Weiß eine ausgesprochen unorthodoxe Methode gegen meinen Sizilianer. Doch anstatt in aller Ruhe auf meinen Raumvorteil im Zentrum zu setzen und eine bequeme Partie zu spielen suchte ich nach Möglichkeiten, das Konzept meines Gegners zu widerlegen, was Nerven und viel Zeit verbriet. Doch das wäre fast nach hinten los gegangen, denn bei richtiger Spielweise wäre mein Gegner klar auf Gewinn gestanden. Doch glücklicherweise war die Position taktisch so unübersichtlich, dass ich ins Remis entwischen konnte.
Yusuf Gün an Brett 8 versuchte mit den weißen Steinen alles, um seinen Gegner in einem damenlosen Mittelspiel unter Druck zu setzen, doch letztlich konnte dieser die Position im Gleichgewicht halten, so dass Yusuf ins Remis einwilligte. Doch jetzt, beim Stand von 2,0:2,0 begann der Kampf volles Drama zu entfalten. An Brett 2 musste Michi Höcher dem konzentrierten und ideenreichen Angriffspiel seines Gegners Tribut zollen und die Partie quittieren, während es gleichzeitig dem Gegner von Mariusz Sajka an Brett 1 gelang, diesem eine Figur mit einer taktischen Finte abzuluchsen. Wenigstens hatte Mariusz einen Bauern und eine sehr aktive Stellung, so dass es keineswegs banal sein würde, die Mehrfigur zu verwerten. An Brett 3 sah es bei Karsten Schlinkmeier lange nicht klar aus. Zwar hatte Karsten mit Schwarz soliden Raumvorteil und ein stabiles Zentrum, doch wie diese Endspiel-Festung, die sich sein Gegner zurecht gelegt hatte, zu knacken sein könnte, war nicht klar erkennbar. Als der Kampf zu nun zu kippen drohte, erhöhte Karsten das Risiko und tatsächlich brach sein Gegner unter zunehmenden Druck zusammen und musste aufgeben. Somit stand es 3,0:3,0 und es war immer ein offenes Rennen, wie dieser Kampf enden würde. Zuerst wurde der unermüdliche Kampfgeist von Mariusz belohnt, indem er alle Bauern vom Brett bringen konnte und den Remishafen erreichte! Jetzt waren alle Augen auf das Brett 7 von Volker Wittke gerichtet. Mit Schwarz wählte er die Sizilianische Verteidigung und es entstand eine komplizierte Lavierpartie. Als sich Volker die Möglichkeit bot einen Turm für Springer und zwei Bauern einzutauschen neigte sich die Waage langsam auf seine Seite. Mit Übersicht und ruhigen Manövern drängte es einen Gegner zunehmend in die Defensive, so dass sich dieser letztendlich zu nicht kompensierbaren Materialabgaben gezwungen sah und die Segel streichen musste. Somit 4,5:3,5 für uns!! Meister der Bezirksliga München und Aufsteiger in die Regionalliga Süd-West.
Nach dem Erfolg von Garching 4 ist jetzt auch der Weg für unsere 5.Mannschaft frei, in die Bezirksliga München aufzusteigen, nachdem der Mitkonkurrent von Zugzwang 3 zu Hause mit 5,5:2,5 in der letzten Runde geschlagen wurde. Mit einem abschließenden Erfolg gegen die im Tabellenkeller sitzenden Spieler von Solln könnte dann eine ungewöhnlich erfolgreiche Saison für unseren Verein sein Ende finden!
